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Niacinamide: Wie gut ist der Wirkstoff (für empfindliche Haut)?

Gepostet von Lara Schimweg am
Niacinamide: Wie gut ist der Wirkstoff (für empfindliche Haut)?

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Ein Wirkstoff wird zur Zeit sehr gehypt, vor allem in den Sozialen Netzwerken. Deshalb haben wir immer wieder Fragen dazu bekommen. Es geht um Niacinamide, einem Derivat von Vitamin B3. Wofür sind Niacinamide in der Hautpflege gut? Wie verträglich sind sie, gerade auch für empfindliche Haut? Hier erfährst du worauf du achten solltest, wenn es um Niacinamide geht.

Welche Wirkung haben Niacinamide?

Niacinamide kommen natürlich im Körper vor. Sie sind entzündungshemmend und sebumregulierend. Sie eignen sich daher, um "Unreinheiten" und Entzündungen zu behandeln. Sie werden auch als Wirkstoff gegen Akne eingesetzt.

Niacinamide helfen die Hautbarriere zu stärken, indem sie die Bildung von Ceramiden und Cholesterol fördern. Dadurch reduzieren sie auch den Feuchtigkeitsverlust über die Haut.

Niacinamide können Rötungen mildern und sind daher auch ein guter Wirkstoff bei Rosazea oder Atopischer Dermatitis, wenn deine Haut sie verträgt.

Auch die Bildung von Kollagen kann durch Niacinamide angeregt werden. Dadurch werden Falten verringert - Also auch gut für "Well Aging".

Sind Niacinamide für empfindliche Haut geeignet?

Viele Menschen vertragen Niacinamide und Allergien sind selten. Bis zu einer Konzentration von 5% gelten sie als gut verträglich. Hohe Konzentrationen von 4-5% werden z.B. gegen Akne eingesetzt. Wenn du trockene Haut hast solltest du eher niedrigere Konzentrationen von 1-2% verwenden.

Niacinamide sind übrigens (im Gegensatz zu vielen anderen Wirkstoffen) unempfindlich für Licht. Sie können also auch in einer durchsichtigen Verpackung gelagert werden.

Gibt es unerwünschte Nebeneffekte von Niacinamiden?

Gerade bei empfindlicher Haut können Niacinamide, wie alle potenten Wirkstoffe, auch Überreaktionen der Haut bewirken. Bei Einsatzkonzentrationen über 5% kann sich die Wirkung ins Gegenteil umkehren. Das kann leicht passieren, wenn du mehrere Produkte mit Niacinamiden kombinierst. Niacinamide sind in sehr vielen Produkten "nebenbei" enthalten.

Und Vorsicht ist vor allem geboten, wenn Niacinamide mit Säure-Peelings oder anderen sauren Produkten kombiniert werden. Durch die Säure gelangt das Niacinamid tiefer in die Haut und kann dadurch stärker wirken.

Kann es zu einem Niacin Flush kommen?

Angst vor einem sogenannten "Niacin Flush" brauchst du nicht zu haben. Der Effekt kann eine Nebenwirkung von Medikameten sein, ist jedoch nicht gefährlich.

Bei Kosmetikprodukten ist ein Niacin-Flush nur theoretisch möglich, falls du ein extrem saures Produkt (pH-Wert unter 4) mit Ascorbinsäure (Vitamin C) verwenden würdest und dieses mit einem anderen Produkt mit Niacinamiden verwenden würdest. In so einem Fall könnte sich das Niacinamid in Niacin (Vitamin B3) umwandeln, wodurch es zum sogenannten Niacin Flush kommen könnte. Dabei reagiert das ganze Gesicht mit starken Rötungen - immer ein Zeichen für erweiterte Blutgefäße. Das ist jedoch extrem unwahrscheinlich, wenn du nicht absichtlich so etwas selbst zusammen mischst. Mit modernen gekauften Produkten kann so etwas nicht passieren.

Die mildeste Art Niacinamide zu nutzen

Wenn du dich erstmal ganz langsam an das Thema Niacinamide herantasten willst, dann könnte es sich lohnen, ein (mildes) Reinigungsprodukt mit Niacinamiden zu verwenden (Konzentration unter 5%). So kannst du den Wirkstoff kurz einwirken lassen und wieder abwaschen. Dadurch hat deine Haut nicht so lange Kontakt.

Sind Niacinamide bei Rosazea geeignet?

Da Rosazea sehr empfindlich auf viele Reize auch in der Hautpflege reagiert, können alle potenten Wirkstoffe schon zu viel sein. Manche Menschen mit Rosazea vertragen Niacinamide, andere reagieren sehr empfindlich darauf und bekommen vermehrt Pusteln, Rötungen und starke Entzündungen. Achte auf jeden Fall auf die Anwendungstipps im folgenden Abschnitt und höre auf das Feedback deiner Haut.

Hier findest du mehr Tipps für die Hautpflege bei Rosazea.

Niacinamide: Unsere Tipps für die Anwendung

  • Falls du nur die feuchtigkeitsspendende oder Talg-regulierende Wirkung möchtest gibt es andere mildere Produkte, zum Beispiel mit Glycerin oder Hyaluronsäure als Feuchtigkeitsspender oder mit Grünem Tee zur Talgregulierung.
  • Achte immer auf die Kombinationen deiner Produkte, wenn Niacinamide im Spiel sind. Wenn du gleichzeitig auch Säuren nutzt oder diese im Produkt enthalten sind, dann wirkt das Produkt stärker.
  • Verwende nur Produkte, die weniger als 5% Niacinamide enthalten. Es gibt auch Produkte, bei denen die Konzentration weit über 5% liegt. Davon solltest du ebenfalls die Finger lassen, vor allem, wenn du empfindliche Haut hast.
  • Beginne am besten immer mit einer niedrigeren Konzentration. Dann kannst du die Konzentration immer noch steigern.
  • Verwende auch keine Produkte, bei denen die Einsatzkonzentration der Niacinamide nicht angegeben ist.
  • Wenn du Niacinamide verwenden möchtest: Suche dir am besten ein einziges Produkt mit Niacinamiden und achte darauf, dass der Rest deiner Hautpflege-Routine (und auch dein Make-Up) keine Niacinamide enthält. Deshalb enthalten die bisherigen Xeno Produkte keine Niacinamide.
  • Wenn du ein ganz mildes Produkt nutzen willst: Bei einem (milden) Reiniger, der Niacinamide enthält, hat deine Haut nur kurz kontakt und du profitierst trotzdem von der Wirkung.
  • Wende Niacinamide nicht zu oft an - vor allem, wenn die Konzentration höher oder der pH-Wert niedrig ist.

 

Fazit

Niacinamide sind grundsätzlich ein gut verträglicher Wirkstoff. Bei sehr empfindlicher Haut solltest du etwas genauer darauf achten wie du sie einsetzt. Leider lassen sich viele Marken durch den Niacinamid-Trend mitreißen und bringen Produkte mit immer höheren Konzentrationen heraus. Bei der Hautpflege ist jedoch oft weniger mehr.

Lara Schimweg

Über die Autorin

Lara Schimweg ist Gründerin von Xeno. Sie hat Sportwissenschaft und Gesundheitsforschung studiert und ist ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin. Lara hat Rosazea und sehr empfindliche Haut.

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