Lern von Rosacea
Peeling bei Rosacea: Eine Gratwanderung
Gepostet von Lara Schimweg am
Nicht jedes Peeling ist geeignet bei Rosacea
Wenn du, so wie ich, Rosacea hast, kennst du das vielleicht auch: Deine Haut reagiert empfindlich, wird schnell rot, spannt oder brennt. Freundinnen oder Freunde erzählen dir, wie gut (Säure)Peelings gegen Verhornungen oder ein unebenes Hautbild wirken. Peelings können helfen, abgestorbene Hautzellen zu entfernen, das Hautbild zu verfeinern oder Entzündungen zu beruhigen. Das scheint auf den ersten Blick eine gute Lösung zu sein. Aber gerade bei Rosacea kann das schnell nach hinten losgehen. Damit du genau weißt, wie du mit Rosacea richtig peelst, habe ich diesen Artikel geschrieben.
Du kannst deine Haut auch bei Rosacea peelen, wenn du die richtigen Produkte auswählst und sie dosiert anwendest.
Enzympeelings und PHA-Peelings sind meist am besten verträglich.
Was du bei Rosacea meiden solltest: Glycolsäure (AHA), synthetische Salicylsäure (BHA), natürliche Fruchtsäuren und mechanische Reibung durch rauhe oder scharfkantige Produkte.
Falls zusätzlich zur Rosacea noch andere Hautprobleme, wie “Unreinheiten” oder Verhornungen bestehen, könnten möglicherweise Mandelsäure (als mildes AHA), Weidenrinde (als BHA Alternative) oder auch Jojoba Beads Sinn machen.
Inhaltsverzeichnis
Warum können Peelings bei Rosacea zu Problemen führen?
Bei Rosacea ist die Hautbarriere oft geschwächt. Gleichzeitig reagieren die Gefäße empfindlich auf Wärme, Reibung oder bestimmte Wirkstoffe. Viele klassische Peelings, ob aus konventioneller oder Naturkosmetik, setzen leider genau da an, wo reaktive Haut am anfälligsten ist: Sie durchbluten, reizen oder penetrieren tief. Das kann zu anhaltenden Rötungen oder entzündlichen Reaktionen führen. Viele mit Rosacea neigen zusätzlich zu einer Perioralen Dermatitis, einer überpflegten Haut. Diese Hautkrankheit kann auch durch zu viel Peeling zusätzlich zur Rosacea entstehen und kann meist nur mit einer konsequente Nulltherapie behandelt werden.
Auch Naturkosmetik ist nicht automatisch sanft. Fruchtsäuren, Ätherische Öle oder Blütenextrakte klingen harmlos, können aber sehr aktiv wirken. Für empfindliche Hauttypen wie Couperose b.z.w. Rosacea ist das ein Risiko.
Welche Peeling Typen gibt es eigentlich?
Chemische Peelings arbeiten mit Wirkstoffen, die die Bindung abgestorbener Zellen lösen. Auch der Körper selbst nutzt körpereigene Stoffe, um Hautzellen kontrolliert abzuschuppen. „Chemisch" klingt trotzdem vielleicht nach Labor, ist es aber gar nicht immer: Einige Stoffe kommen direkt aus der Natur, was aber nicht automatisch bedeutet, dass sie gut verträglich für die Haut sind. Innerhalb der chemischen Peelings unterscheidet man zwei Typen:
- Säurepeelings setzen auf organische oder synthetische Säuren, die gezielt in die Haut eindringen und den Zellerneuerungsprozess anregen.
- Enzympeelings brechen die Verbindungen zwischen Hornzellen duech Proteine auf, ähnlich wie der Körper dies von Natur aus machen würde.
Mechanische Peelings funktionieren grundlegend anders: Hier sind es keine Wirkstoffe sondern physikalische Reibung und Schleifpartikel, die die Haut abtragen. Z.B. per Hand aufgetragene Scrubs oder gerätegestützte Methoden wie Mikrodermabrasion und Dermaplaning.
Diese Peelings sind für Rosacea (meist) zu reizend
Chemische Peelings bei Rosacea
Besonders häufig enthalten konventionelle Peelings AHA (z. B. Glycolsäure, Milchsäure). Diese werden oft als Fruchtsäure vermarktet. Auch oft geworben, besondern bei Pickeln, wird BHA (z.B. Salicylsäure). All diese Säuren lösen abgestorbene Hautzellen, wirken porenklärend und sind deshalb bei unreiner Haut beliebt. Doch bei reaktiver oder geröteter Haut wirken sie meist zu intensiv.
AHA bei Rosacea
AHA (Alpha-Hydroxysäuren) wirken an der Hautoberfläche, indem sie die Verbindungen zwischen abgestorbenen Hornzellen lösen und so die natürliche Zellerneuerung beschleunigen. Besonders geeignet sind sie für trockene oder fahle Haut. Zu den AHA gehören unter anderem Glykolsäure, Milchsäure und Mandelsäure. Alle drei sind unterschiedlich gut bei Rosacea geeignet, zur Mandelsäure kommen wir daher weiter unten bei den geeigneten Peelings.
- Glycolsäure (Glycolic Acid) besteht aus sehr kleinen Molekülen, die tief in die Haut eindringen und dadurch zwar stark wirken, aber auch schnell reizen können. Von Glycolsäure würde ich daher bei Rosacea sehr stark abraten.
- Milchsäure (Lactic Acid) ist etwas größer. Wird Milchsäure als AHA-Peeling verwendet, dringt sie zwar weniger tief ein als Glycolsäure und wirkt dadurch milder, doch sie ist nicht die beste Wahl für empfindliche gerötete Haut. Sie kann bei Rosacea oder Couperose schnell zu viel sein. Die Verträglichkeit hängt stark von der Konzentration ab.
Exkurs: Lactic Acid ganz hinten in der INCI Liste
Milchsäure kann in sehr geringer Menge als pH-Regulator eingesetzt werden. Das erkennst du daran, wenn Lactic Acid sehr weit hinten in der INCI-Liste steht. Dann wirkt sie nicht peelend und ist gut verträglich, auch bei empfindlicher Haut.
BHA bei Rosacea
Salicylsäure (BHA) wirkt fettlösend und entzündungshemmend. Sie löst überschüssigen Talg und abgestorbene Zellen direkt im Poreninneren und wirken zusätzlich entzündungshemmend. Bei „Unreinheiten“ ist das hilfreich, bei empfindlicher Rosacea-Haut kann das jedoch kritisch sein. Sie greift aktiv in Hautprozesse ein und kann die Reizschwelle sehr schnell überschreiten. In Reinigern oder Tonern ist sie oft versteckt enthalten, sodass du unbemerkt täglich peelst. Das Risiko ist hoch, hier die Haut zu überpflegen und womöglich eine Periorale Dermatitis zu bekommen. Schau deshalb genau auf die INCI-Liste.
UV-Empfindlichkeit nach Säurepeelings
Nach der Anwendung von Säurepeelings ist es noch wichtiger Sonnencreme zu tragen als sonst eh schon. Denn Säuren machen die Haut empfindlicher gegenüber UV Strahlen.
Nehme diesen Ratschlag wirklich ernst, da UV Strahlung selbst ohne Peelings zu Hautkrebs führen kann.
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Fruchtsäuren, Fruchtextrakte oder Fruchtenzyme
Vorsicht vor selbstgemachten DIY Peelings oder bestimmten Naturkosmetik-Peelings mit Fruchtsäuren wie Zitronensäure. Diese gehören auch zu den AHA, jedoch noch problematischer als die oben beschriebene Glycolsäure. Hinweis: Als reiner pH-Regulator am Ende der INCI-Liste ist Citric Acid kein Problem.
Häufig gibt es auch Fruchtextrakte aus Papaya oder Zitrusfrüchten, wie Ananas. Die Bezeichnung als Enzympeeling kann irreführend sein, denn sie wirken nicht nur enzymatisch sondern zusätzlich wie Fruchtsäuren. Auf Enzympeelings gehe ich weiter unten genauer ein.
Diese natürlichen Säuren und Fruchtextrakte sind ebenfalls sehr potent. Und sie haben leider den Nachteil, dass du nicht genau weißt, welche Konzentration an natürlichen Wirkstoffen in deinem Produkt steckt. Und der natürliche Säuregehalt kann bei Fruchtextrakten sehr verscheiden ausfallen. So kann der Säuregehalt natürlichen Schwankungen unterliegen. Mehr noch: Bei natürlichen Fruchtextrakten hast du es gleich mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Wirkstoffen in einem Extrakt zu tun. So ist beispielsweise eine Ananas nicht ein einzelner Stoff, sondern eine ganze Menge unterschiedlicher Wirkstoffe, die auf deine Haut wirken. Diese Stoffe sind nicht einzeln in der Liste der Inhaltsstoffe (INCI) angegeben. Und das kann problematisch für deine Haut sein.
Nur weil ein Inhaltsstoff natürlich daher kommt, heißt das nicht, dass dieser unbedingt milder ist. Du würdest dir ja sicher auch keine Zitrone auf auf die Haut reiben. Das wäre zu viel Säure für deine Haut.
Mechanische Peelings bei Rosacea
Peelings mit Peelingkörnern, Aprikosenkernen, Salz oder Zucker wirken mechanisch: Sie reiben Hautschüppchen ab. Doch gerade bei empfindlicher oder zu Rosacea oder Couperose neigender Haut sind sie meist zu aggressiv: Sie regen die Durchblutung durch die Reibung zu stark an.
Ich würde mechanische Peelings noch nichtmal bei einer robusten gesunden Haut empfehlen.
Die Scharfkantige Partikel verursachen Mikroverletzungen. Die Verletzungen sind mit dem bloßen Augen meist nicht sichtbar. Es entstehen Eintrittspforten für Keime, die neue “Unreinheiten”, Pusteln und anhaltenden Hautstress begünstigen.
Was du unbedingt vermeiden solltest:
- Aprikosenkerne, Zucker, Salz, Luffa
- Tonerde, Heilerde (pur aufgetragen)
- Gesichts- oder Reinigungsbürsten
- Rubbeln mit Tuch oder Pad
- Konjak- oder Luffaschwämme
Was du eventuell ausprobieren kannst:
- sehr weiche Pflanzenfaser-Schwämme
- Jojoba-Beads.
Dazu weiter unten mehr.
Welche Peelings sind bei Rosacea geeignet?
Enzympeelings bei Rosacea
Enzyme lösen abgestorbene Zellen besonders schonend, ohne zu reiben oder tief in die Haut einzudringen. Wenn sie keine Zusatzstoffe wie Tonerde, kein Parfum oder Ätherische Öle und keine Fruchtsäuren enthalten, sind sie für empfindliche Haut sehr gut verträglich.
Viele Enzympeelings werden aus Papaya (Papain) oder Ananas (Bromelain) hergestellt. Diese sind ok. Ich würde jedoch biomimetische Enzyme (wie Protease oder Lipase) vorziehen. Diese ahmen die hauteigenen Prozesse nach, indem sie ganz gezielt und sanft nur die Proteine spalten, die die abgestorbenen Schüppchen festhalten. Lipase und Protease kommen selbst in unserem Körper vor.
Unser Reines Enzympeeling STAY KIND ist genau so zusammengesetzt und frei von mechanischen Partikeln, Duftstoffen und Säuren. Es enthält zusätzlich noch Heilmoor, Algen, Ectoin und andere beruhigende und feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe.
Wann ist ein Enzympeeling geeignet? Es ist die beste Wahl, wenn du es besonders sanft angehen möchtest oder du noch keine Erfahrungen mit Peelings gesammelt hast.
Es eignet sich besonders, wenn deine Haut schnell errötet oder auf Reize empfindlich reagiert. Die richtigen Enzyme lösen feine Schüppchen, ohne zu reiben oder zu tief einzudringen.
Das Enzympeeling STAY KIND ist durch das zusätzliche Heilmoor zudem auch gut bei Pickeln und und "Unreinheiten" geeignet.
Empfehlung: 1-2× pro Woche anwenden. Lass das Produkt etwa eine Minute einwirken und spüle es danach mit lauwarmem Wasser wieder ab. Pflege die Haut anschließend mit deinen Pflegeprodukten.
PHA bei Rosacea
PHA (Polyhydroxy Acid) gehört zu den Säurepeelings, wirkt jedoch nicht so tief in der Haut, weil es aus größeren Molekülen besteht. PHA wirkt antioxidativ und feuchtigkeitsspendend. Die größeren Moleküle dringen bewusst nicht so tief ein und sind deshalb eine gute Alternative zu AHA. Mit PHA kannst du über einen längeren Zeitraum ein ähnliches Ergebnis ohne Hautreizung erreichen wie mit Glycolsäure. PHA (Gluconolactone) ist eine sanfte Alternative zur Glycolsäure.
Besonderheit: PHA macht die Haut nicht empfindlicher gegen Sonnenlicht, wie es sonst bei alle Säure-Peelings der Fall ist. PHA beugt die Hautalterung auf eine sanfte Art und Weise vor.
Wann ist PHA geeignet? Wenn Enzyme gut funktionieren, du dir aber etwas mehr Verfeinerung und Feuchtigkeit wünschst, kommt PHA in Frage. Auch bei reifer, müder, fahler Haut empfehlen wir PHA.
PHA-Peelings gelten als schonender für die Barriere als AHAs und sind deshalb eine stimmige Option bei trockener Rosacea. Starte mit deiner Anwendung ein- bis zweimal pro Woche. Peele regulär 2 mal die Woche, um über einen längeren Zeitraum an die Effekte von Glycolsäure ranzukommen.
Mandelsäure: sanftes AHA bei Rosacea
Mandelsäure (Mandelic Acid) ist ein AHA, das aus Bittermandeln stammt. Mandelsäure hat im Vergleich zu Glycolsäure viel größere Moleküle. Je kleiner die Moleküle desto tiefer können sie in die Haut. Bei Säuren und empfindlicher Haut bedeutet das aber auch immer, dass der Säure Reiz stärker ausfallen wird. Größere Moleküle sind bei Säurepeelings für Rosaeca und hochsensible Haut, wie beispielsweise auch Neurodermitis, deutlich verträglicher. Sie werden besser vertragen und sind sanfter, weil sie nicht so tief und schnell in die Haut penetrieren können.
Wann macht Mandelsäure sinn?
Mandelsäure kann passen, wenn du neben Rosacea/Couperose eine leicht fettige T-Zone und mit „Unreinheiten“ oder Akne zu kämpfen hast. Ein Enzympeeling und PHA würde gegen die Pickel womöglich nicht ausreichen. Auch bei Verhornungen ist Mandelsäure ideal.
Gerade wenn Rosaeca UND Akne zusammenkommen und deine Haut aufgrund der Akne einen stärkeren Reiz braucht, deine Rosacea aber keine Glycolsäure oder Salicysäure verträgt, ist Mandelsäure deine stärkste verträgliche Wirkoption.
Mandelsäure wirkt bewusst oberflächlich. Das heißt aber nicht, dass sie wenig tut. Mandelsäure löst abgestorbene Hautzellen sehr effektiv ab, verfeinert das Hautbild und ebnet den Teint. Die Peeling-Wirkung ist zwar milder als bei Glykolsäure, dafür aber auch für empfindliche Haut gut geeignet. Im Vergleich zu Glycolsäure braucht es ein wenig länger bis du Ergebinsse siehst, diese erreichst du so jedoch auch ohne Nebenwirkungen. Durch die antibakteriellen Eigenschaften kannst du sie hervorragend bei Akne einsetzen. Sie hellt Pickelmale auf. Besonders effektiv wirkt sie bei postinflammatorischer Hyperpigmentierung (PIH), sowie bei Rosacea Typ II mit Pusteln.
Richtige Anwendung von Mandelsäure bei Rosacea
Wie bei anderen AHAs gilt: Mandelsäure wirkt im pH-Bereich zwischen 3 und 4, und wenn du sie verwendet, solltest du täglich Sonnenschutz auftragen.
Bis zu 10% Mandelsäure täglich gelten als unbedenklich, Solche hohen Dosierungen sind nur sinnvoll, wenn du sehr viel Erfahrung mit Säuren hast und deine Haut recht robust ist.
Falls du schnell reagierst solltest du niedrigere Dosierungen wählen, wie bspw. 3%. Ein Kombi-Peeling, in dem mehrere milde Säuren niedrig dosiert kombiniert werden, kann eine sanftere Option sein, als ein Peeling mit 10% Mandelsäure. Bedenke, dass zu viel schnell dazu führen kann, dass die Haut überreagiert und zusätzlich eine Periorale Dermatitis entstehen kann.
Mandelsäure muss immer lichtdicht verpackt werden. Im Vergleich zu Glycolsäure zerfällt ihre Wirkung bei einer durchsichtigen Verpackung. Solltest du Mandelsäure in einem durchsichtigen Glas sehen, spar dir dein Geld lieber.
Fazit: Mandelsäure ist ein sanftes AHA, dass du auch bei Rosaeca mit Pusteln, Akne oder bei der Kombination von Akne und Rosacea verwenden kannst. es peelt sanft, und hellt Pickelmale effektiv auf. Du kannst Mandelsäure auch punktuell nur in Problembereichen nutzen und nach Arealen pflegen.
Weidenrindenextrakt: sanfte BHA Alternative bei Rosacea
Da einige Rosaeca Typen flächig aufgetragene synthetische Salicylsäure nicht vertragen, gibt es als Alternative pflanzliche Weidenrinde (White Willow Bark Extract). Das ist geeignet bei Akne und Rosacea oder anderen sensiblen Hautzuständen.
Was, wenn ich Rosacea & „Unreinheiten“ habe?
Rosacea kann mit verstopften Poren, Pusteln oder fettiger T-Zone einhergehen. Vor allem bei seborrhoischer Haut, Akne oder einer dehydrierten Fetthaut ist es wichtig, eine Lösung zu finden, die für beide Probleme funktioniert: Da Rosacea vieles nicht verträgt, Unterlagerungen jedoch oft mehr aktive Wirkstoffe benötigen, braucht es einen Lösung, die die Rosacea nicht triggert und die “Unreinheiten” dennoch aktiv bekämpft.
Wichtig ist eine Pflege, die klärend, aber reizarm ist. Meide aggressive Anti-Pickel-Produkte, denn diese schädigen die Hautbarriere. Sie schaden sogar oft mehr, als sie helfen. Es gibt leider wenig Hautpflege-Produkte auf dem Markt, die für Rosacea UND Akne geeignet sind.
Ich empfehle Weidernrinde, PHA und Heilmoor für deine Routine. Sind die Unterlagerungen sehr hartnäckig kannst du zusätzlich Mandelsäure verwenden. Kombinationsprodukte können dir die Pflege erleichtern, wenn diese verträglich und durchdacht dosiert sind. Dann setzt du nur einen Peeling-Reiz.
Weidenrinde enthält natürliches Salicin, eine milde Vorstufe der Salicylsäure. Sie löst leicht Schuppen und Verhornungen (keratolytisch) und wirkt entzündungshemmend, ohne die Haut zu reizen wie synthetisches BHA. Weidenrinde-Extrakt ist eine verträgliche Alternative, wenn du Rosacea hast und zeitgleich mit “Unreinheiten” kämpfst.
Weidenrinde und Salicylsäure in der Schangerschaft
Auf der Haut aufgetragen gilt Weidenrinde und auch Salicylsäure unter 2% in Schwangerschaft und Stillzeit meist als unbedenklich. Falls du schwanger bist oder stillst solltest du dennoch sicherheitshalber vorab mit deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen sprechen, bevor du Salicylsäure oder Weidenrinde anwendest.
Anders in der Nahrung: In Schwangerschaft und Stillzeit sollte keine Salicylsäure zu sich genommen werden. Auch Weidenrinde nicht, weil das enthaltene Salicin im Darm zu Salicylsäure umgewandelt wird. Auf der Haut findet diese Umwandlung nicht aktiv statt.
Zum Vergleich: Ein Salicylsäure-Peeling auf der Haut setzt weit weniger Salicylsäure im Körper frei, als wenn man sie essen würde. Weidenrinde wird auf der Haut gar nicht zu aktiver Salicylsäure gespalten.
Unserer Multi Peeling CLEAR CONFIDENCE kombiniert PHA, Mandelsäure, Weidenrinde und Jojoba-Beads in einer ausgewogenen Rezeptur. Sie ist Geeignet für den Körper oder das Gesicht bei robusterer, fettiger Rosacea-Haut.
In unserem Spot-Treatment PIMPLE PEACE ist Weidenrinden Extrakt enthalten, kombiniert mit Schwefel (Sulfur) und Zink. Es ist jedoch nicht als Peeling formuliert sondern als Punktuelles Pickel Treatment. Du kannst die Paste einfach abends auf deine Haut geben und so Pickel oder Pusteln verschwinden lassen.
Azelainsäure bei Rosacea
Azelainsäure wird bei Rosacea als Wirkstoff sehr empfohlen. Die Wirkung ist jedoch nicht peelend sondern hilft der Haut durch andere Wirkmechanismen. Ich nenne sie hier nur für die Vollständigkeit und weil sie manchmal unter den Peelings genannt wiird.
Mechanische Peelings, die bei Rosacea geeignet sind
Die meisten mechanischen Peelings sind bei Rosacea nicht geeignet und selbst bei gesunder und robuster Haut nicht empfehlenswert. Es gibt jedoch ein paar reizarme Peeling Alternativen, die du auch bei Rosacea ausprobieren kannst.
Mechanische Peelings funktionieren im Gegensatz zu chemischen Peelings nur durch Reibung. Übertreibe die Reibung jedoch nicht. Zu starke Reibung mit den Händen würde auch bei einem sehr milden Peeling zu Irritationen der Haut führen.
Feines Haferpulver als leichtes Peeling
Du kannst sehr sehr fein gemahlenen Hafer zum peelen verwenden. Den verträgt empfindliche Haut besonders gut, da er die Haut zusätzlich beruhigt.
Gut zu wissen: Purer Hafer ist vielseitig einsetzbar. Als Inhaltsstoff in Cremes oder Seren wirkt Hafer sehr beruhigend und feuchtigkeitsspendend. Er enthält den StoffDaher wird er oft bei trockener Haut und Neurodermitis eingesetzt. Hafer ist auch geeignet als sehr milder Reiniger bei überpflegter Haut. Und Hafer kann auch als Badezusatz verwendet werden.
Jojoba Beads: Sanfter Ersatz für Salz, Zucker oder Mikroplastik
Im Vergleich zu Salz, Zucker & Kaffeesatz sind Jojoba-Beads gleichmäßig rund und weich. Bei der Reibung können Jojoba-Beads keine Mikroverletzungen auslösen. Deshalb gehören Jojoba-Beads zu den sanften mechanischen Peelings.
In manchen Produkten werden Jojoba Beads anstatt Mikroplastik eingesetzt.
Grundlegend solltest du dennoch mit einer reaktiven, hochsensiblen Rosaeca Haut oder Neurodermits immer zuerst Enzyme oder sanfte Säuren wählen.
Runde, sehr feine Jojoba-Beads sind eine Ausnahme unter den mechanischen Peelings. Sie sind geeignet, wenn du fühlbare Schüppchen hast. Auch ideal an Körperstellen wie Oberarmen, Rücken, Beinen. Wende sie mit sanftem Druck an und spüle sie danach mit lauwarmem Wasser ab. Auf sehr dünner Haut, die schnell zu Verletzungen neigt, sind sie nicht die richtige Wahl. Hier bist du mit Enzymen besser unterwegs.
Weiche Pflanzenfaser-Schwämme
Unter den Pflanzenfaser-Schäwmmen gibt es in der Weichheit und Textur große Unterschiede. Es gibt Peelinghandschuhe, die eine sehr harte Struktur haben. Oft sind diese extra für Reibeisenhaut gedacht oder für den Körper. Auch Gesichtsschwämme können für eine empfindliche reaktive Rosaeca-Haut schnell zu viel sein.
Während ein Konjakschwamm dicht in der Haptik ist und bei der Reibung zu hart für eine empfindliche Rosacea-Haut ist, kann ein sehr leichter fluffiger Pflanzenschwamm sehr sanft sein.
Mechanische Peelings richtig anwenden
Jojoba-Beads und Schwämme machen bspw. Sinn, wenn du sie mit Enzymen oder Säuren kombinierst, um die Peeling-Kraft zu verstärken. Bei sehr trockener Haut mit hartnäckigen Schuppen können Jojoba-Beads zusätzlich helfen diese zu lösen ohne den Säurereiz zu stark zu heben. Auch bei kleinen schuppen auf einer Haut, die zu “Unreinheiten” und Rötungen neigt, ist eine leichte Reibung mit einem sanften fluffigen Pflanzenfaser-Schwamm eine mögliche Ergänzung.
Allein mit Jojoba-Beads und Schwämmen wirst du jedoch nicht an die Ergebnisse von Enzymen und Säuren herankommen.
Sollte ich die Haut bei Rosacea überhaupt peelen?
Ja, es macht durchaus Sinn mit einem Peeling den Hautstoffwechsel anzuregen.
Du sollstet hingegen nicht peelen, wenn es nicht notwendig ist. Peelings bei Rosaeca machen Sinn, wenn du mit Pusteln oder zusätzlich mit “Unreinheiten” oder einem sehr fahlen trocknen schuppigen Hautzustand zu kämpfen hast.
Wenn du das richtige Peeling wählst und auf deine Haut hörst, kann das deinen Hautzustand stark verbessern.
Ein mildes Peeling kann helfen, die Hautstruktur zu verfeinern und Wirkstoffe und Feuchtigkeit besser in der Haut aufzunehmen. Die Haut wird durch regelmäßiges Peelen robuster und dicker. Leider wird fälschlicherweise noch immer angenommen, dass ein Peeling die Haut dünner mache. Dieser Irrglaube bleibt bestehen, weil zu starke Peelings, die Hautbarriere schwächen und Entzünden gefördert werden.
Wenn dein Hautbild jedoch vor allem durch Rötungen geprägt ist (ohne “Unreinheiten”, Schüppchen oder Verhornungen) macht ein Peeling wahrscheinlich nicht den größten Effekt. In diesem Fall würde ich dir eher zu Wirkstoffen raten, die Rötungen minimieren, z.B. Azelain, Mäusedorn oder Purpur Rotalge.
Kommen die Rötungen jedoch auch durch einen Feuchtigkeitsmangel zustande, kann ein mildes PHA Peeling helfen die Haut zu befeuchten und dafür sorge tragen, dass die Haut wieder mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann.
Bei aktiven Schüben mit starken Rötungen oder Brennen, direkt nach intensiver Sonne, Sauna oder Sport oder bei einer Perioralen Dermatitis solltest du nicht peelen. Stabilisiere deine Basis-Routine zuerst und starte danach wieder behutsam mit den Peelings.
Welches Peeling bei Rosacea?
Kostenlose Haut-Analyse
Du kannst hier eine kostenlose Haut-Analyse machen. Anschließend bekommst du eine umfangreiche Auswertung für deine Hautpflegeroutine inkl. Peeling. Du kannst zusätzlich zu deiner Rosacea auch weitere Hautprobleme angeben, die sich dann auch auf dein Ergebnis auswirken.
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Den richtigen Peeling-Wirkstoff auswählen
Nicht jedes Peeling passt zu jeder Rosacea-Haut. Wähle die Form deines Peelings je nach deinen Symptomen aus. Als Faustregel gilt: Je stärker deine Haut gerade reagiert, desto sanfter sollte das Peeling sein.
| Wirkstoff / Peelingart | Geeignet bei Rosacea? | Wann einsetzen? |
|---|---|---|
|
Feines Haferpulver (Hydrolized Oat Protein) |
★★★★★ |
Ideal für Einsteiger:innen, bei Rötungen, kleinen Schüppchen und trockene Stellen, Juckreiz, rissiger Haut, überpflegter Haut |
| Enzympeeling | ★★★★★ | Ideal für Einsteiger:innen, bei Rötungen, sehr reizempfindlicher Haut, Neigung zu kleinen Pickeln & Pusteln, kleinen Schüppchen und trockene Stellen. |
|
PHA (Gluconolactone) |
★★★★★ | Trockene empfindliche Haut, schuppige, fahle und/oder reife Haut, dehydrierte feuchtigkeitsarme Haut |
| Weidenrindenextrakt | ★★★★★ | Verstopfte Poren und Mitesser, „Unreinheiten", Rötungen. Rosacea in Kombination mit Pickeln |
| Mandelsäure | ★★★★☆ (auf Dosierung achten) |
Wenn Enzyme, Weidenrinde und PHA nicht ausreichen, um Pickel zu reduzieren |
| Jojoba-Beads | ★★★☆☆ (eher als Ergänzung zu Enzymen oder Säuren) |
Fühlbare, hartnäckige Hautschüppchen, die mit Säuren und Enzymen nicht gelöst werden können. (Als Ergänzung, da alleine nicht wirksam genug) |
| Milchsäure (AHA) | ★★☆☆☆ |
Bei Rosacea nicht empfehlenswert |
| BHA (Salicylsäure) | ★☆☆☆☆ (Rosacea-Trigger; ungeeignet in Schwangerschaft & Stillzeit) |
Bei Rosacea nicht empfehlenswert |
| Glycolsäure (AHA) | ★☆☆☆☆ (Rosacea-Trigger) |
Bei Rosacea nicht empfehlenswert |
| Fruchtextrakte / Fruchtsäuren | ★☆☆☆☆ (Rosacea-Trigger) |
Bei Rosacea nicht empfehlenswert |
|
Die meisten mechanischen Peelings (z. B. Zucker, Salz, Mikroplastik, Konjakschwämme usw.) |
★☆☆☆☆ (Rosacea-Trigger) |
Bei Rosacea nicht empfehlenswert |
Inhaltsstoffe genau prüfen
Das eigentliche Peeling ist nur ein Teil des Produkts. Der Rest der Formel ist genauso entscheidend. Viele Peelings enthalten Zusatzstoffe, die bei Rosacea bekannte Trigger sind: Duftstoffe, Ätherische Öle, Alkohol, scharfkantige Peelingkörner, Erde oder bestimmte Konservierungsmittel wie Methylisothiazolinon. Diese können einen Schub anstoßen, völlig unabhängig davon, ob der eigentliche Peeling-Wirkstoff für dich geeignet wäre oder nicht.
Lies die Inhaltsstoffliste deshalb immer vollständig, nicht nur die Vorderseite der Verpackung. Hier findest du mehr zu Rosacea-Triggern, die du besser meiden solltest.
Peelings testen
Bevor du ein Peeling großflächig aufträgst, teste es an einer kleinen, unauffälligen Stelle, zum Beispiel an der Halslinie oder hinter dem Ohr. Warte danach 24 Stunden. Zeigt die Haut dort keine Reaktion, kannst du das Peeling vorsichtig auf das Gesicht ausdehnen. Dieser Schritt kostet dich ein wenig Zeit, spart dir aber im Zweifel einen längeren Schub.
Du kannst unsere Minis ohne Risiko testen. Immer wenn du ein Produkt zum ersten mal testest, gewähren wir eine 30 Tage Verträglichkeitsgarantie. Hier mehr erfahren.
Wenn du die Tester in unserem Tester-Bundle kaufst geben wir die Ersparnis, die wir beim Versand haben, direkt weiter. So sparst du 15% bis 20%. Du kannst im Bundle selbst wählen wie du die Tester kombinierst.
Peelings bei Rosacea richtig anwenden
Wie oft und wann sollte ich peelen bei Rosacea?
Ein- bis zweimal pro Woche reicht vollständig aus. Denn Rosacea braucht zwischen den zwei Anwendungen ausreichend Zeit, um sich zu regenerieren. Wer zu häufig peelt, riskiert, die Hautbarriere dauerhaft zu schwächen. Das ist genau das Gegenteil von dem, was du erreichen möchtest.
- Wende das Peeling am besten abends an. Der Grund: Frisch behandelte Haut reagiert empfindlicher auf UV-Strahlung, also auf Sonnenlicht. Ausnahme stellen hier Weidenrinde und PHA, da. Da PHA nicht sonnnenempfidnlich macht und Weidenrinde nicht zu Säure zerfällt. Dennoch: Wenn du abends peelst, hat deine Haut zumindest eine Nacht Zeit sich zu regenerieren. In der Nacht regeneriert die Haut am besten.
- Bei sehr empfindlicher Haut sollstet du direkt nach dem Peeling auch keinen Sport mehr machen, der dich stark schwitzen lässt. Die Wärme und der das nötige Duschen nach dem Sport würde deine Haut nur unnötig belasten.
- Peele nie direkt nach Sauna oder intensiver Sonne. Auch wenn deine Haut überpflegt oder im Schub ist, solltest du sie nicht peelen.
Peele nicht mit meheren unterschiedlichen Peleings an einem Abend gleichzeitig. Besser ist es, wenn du die Peelings auf unterschiedliche Tage verteilst. Bspw. montags und donnerstags Enzympeeling und mittwochs und sonntags ein Säurepeeling. Kombinatiosprodukte sind auch eine Option, wenn du bspw. mindesten 3 Peeling Wirkstoffe in deine Routine holen willst.
Die richtige Pflege
Reinige dein Gesicht vor der Anwendung nur mit einem milden Reiniger ohne Duftstoffe. Nach dem Peeling gilt: Weniger ist mehr.
Verzichte in den ersten Tagen direkt danach auf aktive Wirkstoffe, selbst auf jene, die deiner Haut sonst guttun. Dazu gehören entzündungshemmende Wirkstoffe wie Niacinamid und Azelainsäure, Bakuchiol oder sanfte Vitamin-C-Derivate.
Die Hautbarriere wird durch das Peeling vorübergehend durchlässiger. Wenn du ein Peeling neu ein die Routine holst, kannst es daher sein, dass deine Wirkstoffe womöglich ein bisschen intensiver wirken, als es vorher der Fall war.
Wenn deine Haut sich an dein neues Peeling gewöhnt hat, kannst du deine Wirkstoffe danach auch wie gewohnt wieder verwenden.
Wähle nach einem Peeling immer Wirkstoffe, die deine Haut aktiv beruhigen und die Hautbarriere regenerieren. Produkte mit Panthenol, Ectoin, Glycerin, Allantoin, Hyaluronsäure, Squalan, Ceramiden oder Centella Asiatica (Cica) sind ideal und können problemlos direkt nach dem Peeling aufgetragen werden.
Generell solltest du bei Rosacea natürlich aggressive Wirkstoffe meiden, wie reine Ascorbinsäure (reines Vitamin C, besser sind sanftere Derivate), Retinol, Glykolsäure oder mechanische Peelings.
Denke außerdem daran, in den folgenden Tagen unbedingt eine Sonnencreme mit hohem Schutz aufzutragen. Deine Haut ist nach Peelings generell lichtempfindlicher. Bei PHA-Peelings ist dies nicht ganz so kritisch wie bei AHAs oder synthetischem BHA. Auch bei Weidernrinde als BHA Alternative wird deine Haut nicht empfindlicher gegen Sonne. Dennoch ist ein konsequenter UV-Schutz wichtig, da UV-Strahlung nicht nur Rosaeca triggert, sondern auch Hautkrebs und Hautalterung anregt.
Buffering bei Säurepeelings
Du kannst dein Säurepeeling mit Hautpflege verträglicher machen. Das wird Buffering oder auch “Sandwich-Methode” genannt.
Gib dafür zuerst nach der Reinigung deine Creme auf die Haut und lasse diese gut einziehen. Wichtig: es sollte eine unaufgeregte Creme ohne aktive Wirktsoffe sein.
Du kannst hier bspw. unsere Basis Creme oder bei trockener Haut die Reichhaltige Creme verwenden. Bei fettiger Haut oder dehydrierter Fetthaut ist auch unser Basis Gel BACK TO BASICS geeignet.
Nach der Creme gibst du das Säurepeeling auf die Haut. Danach folgt eine weitere Schicht Creme. Die Creme-Schichten dämpfen die Wirkung der Säuren ein bisschen ab. Die Cremeschicht unter der Säure sorgt dafür, dass die Säuremoleküle nicht so schnell in die Haut gelangen. Gerade, wenn du das erste mal mit Säuren peelst und deine Haut zu trockenen Stellen oder Reizungen neigst, kann das ein Weg sein deine Haut sanft an das neue Peeling zu gewöhnen. Außerdem kannst du, wann immer du einen sanfteren Peeling Reiz möchtest, diese Technik wählen. Auch bei Wetterumschwüngen oder wenn deine Haut gerade etwas gereizter ist, du aber dennoch weiter peelen willst, empfiehlt sich Buffering, um die Hautbarriere zu schützen.
Reaktionen auf ein Peeling
Falls deine Haut nach dem Peeling mit starker Rötung, Brennen oder einem ausgeprägten Spannungsgefühl reagiert, setze es sofort ab. Beim Peeling kann es sein, dass es ein bisschen bitzelt. Es sollte sich jedoch nicht unangenehm anfühlen oder mit Schmerz einhergehen. Beruhige die Haut mit einer reizarmen Creme oder einem feuchtigkeitsspendenden Serum ohne Duftstoffe.
Danach lohnt es sich, in Ruhe zu hinterfragen, was die Reaktion ausgelöst hat. War die Konzentration zu hoch, das Produkt falsch gewählt oder war die Haut gerade ohnehin in einem sensiblen Zustand?
Erstverschlimmerung (Purging)
Wenn du noch nie gepeelt hast, kann es sein, dass deine Haut mit einer Erstverschlimmerung reagiert. Das nennt sich auch Purging.
Das passiert am ehesten bei Säurepeelings. Durch den Säurereiz wird der Hautstoffwechsel positiv angeregt. Die Hautzellen schuppen sich wieder schneller ab. Gerade dann, wenn du mit einem Peeling “Unreinheiten” Unterlagerungen und Pickel loswerden willst, kommt erstmal alles was unter der Haut sitzt nach oben. Der überschüssige Talg entleert sich und in den ersten 4-6 Wochen wirkt es so, als würde die Haut sich verschlechtern. Erstverschlimmerungen können auch bei aktiven Wirkstoffen, wie Niacinamid etc. vorkommen, bei Säuren ist es jedoch häufiger der Fall.
Wichtig: Du erkennst Purging daran, dass die vermehrten Pickel oder “Unreinheiten” an den Stellen auftreten, wo du sonst auch oft mit Pickeln zu tun hast. Treten sie hingegen an Stellen auf, wo die Haut sonst sehr ruhig und unproblematisch ist, kann es auch eine Unverträglichkeit sein. Ein Purging sollte nach 4-6 Wochen vorbei sein Besteht es länger, handelt kann es sich auch um eine Unverträglichkeit handeln. In dem Fall rate ich dir, das Peeling abzusetzen, die Haut mit beruhigenden Wirkstoffen, wie Panthenol, Glycerin, Ectoin oder Squalan zu beruhigen.
Grundsätzlich stellt sich die Erstverschlimmerung nach 4-6 Wochen wieder ein, das Hautbild wird deutlich reiner und ebenmäßiger. Du wirst die ersten Wirkeffekte sehen. Steigere dich jetzt nicht unnötig und übermäßig. Bleibe bei 2 Mal in der Woche.
Peelings, die bei Rosacea geeignet sind
Peeling-Empfehlungen, wenn die Rosacea im Fokus steht
Peeling-Empfehlungen bei Rosacea mit weiteren Hautproblemen
Häufig gestellte Fragen
Wann ist Weidenrinde sinnvoll? Weidenrinde ist eine sehr milde BHA-Alternative. Sie eignet sich vor allem dort, wo verstopfte Poren stören. Du kannst es flächig oder punktuell anwenden, um Entzündungen zu minimieren.
Wie oft darf ich bei Rosacea peelen?
Wir empfehlen 1-2x pro Woche zu peelen. Mehr kann deine Haut unnötig stressen.
Kann ich bei Rosacea-Pusteln trotzdem peelen?
Sind Enzympeelings wirklich sanft genug?
Was ist besser bei Rosacea: AHA, BHA oder PHA?
Für Rosacea und empfindliche Haut ganz klar PHA. Es wirkt milder, spendet Feuchtigkeit und greift die Hautbarriere nicht an. Falls du zusätzlich zu Pickeln und “Unreinheiten” neigst kann aber auch ein Peeling aus Weidenrinde Sinn machen.
Bei hartnäckigen Pusteln, dunklen Pickelmalen, Akne gepaart mit stärkeren Verhornungen und Rosaeca machen Säurekombinationen und Mandelsäure Sinn.
Was tun bei Rötung oder Brennen nach einem Peeling?
Setze das Peeling sofort ab. Beruhige deine Haut (z. B. mit Panthenol, grünem Tee oder Squalan). Wir beraten dich auch gerne, falls du Fragen hast. Kontaktiere uns einfach hier.
Warum bekomme ich mehr Pickel von einem Peeling?
Es könnte sein, dass es sich um Purging handelt. Das ist eine erstverschlimmerung, bei der erstmal überschüssiger Talg und Eiter aus der Haut an die Oberfläche transportiert wird. Wenn die Pickel an den Stellen entstehen, wo du auch sonst zu Pickeln neigst, ist alles ok.
Entstehen jedoch Pickel an anderen Stellen oder Rötungen, und andere Irritationen, dann solltest du das Peeling direkt absetzen, weil du es vermutlich nicht verträgst.
Quellen zum Nachlesen
- Ring, Franziska. (2019): Peelings und Rosacea – geht das? Abgerufen am 19.06.2026. (https://rosacea-selbsthilfe.de/blog/peelings-und-rosacea-geht-das/)
- American Academy of Dermatology – AAD: 7 rosacea skin care tips dermatologists recommend. Abgerufen am 19.06.2026. (https://www.aad.org/public/diseases/rosacea/triggers/tips)
- Gerber, Peter Arne (2023): Pflegeempfehlungen für die Basistherapie bei Rosacea. Karger Kompass Dermatologie, 7(1), 20–29. Abgerufen am 19.06.2026. (https://karger.com/kkd/article/7/1/20/182879/Pflegeempfehlungen-fur-die-Basistherapie-bei)
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (2022): S2k-Leitlinie zur Rosazea. Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. Abgerufen am 19.06.2026. (https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ddg.14849_g)
- Kornhauser, Andrija und andere (2010): Applications of hydroxy acids: classification, mechanisms, and photoactivity. Clinical, Cosmetic and Investigational Dermatology, 3, 135–142. Abgerufen am 19.06.2026. (https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3047947/)
Dieser Artikel basiert auf einer früheren Version und wurde im Juni 2026 vollständig überarbeitet.
- Tags: Hautpflege, Peeling, Rosacea
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